Internationales Forschungszentrum Chamisso-Literatur
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Internationales Forschungszentrum Chamisso

Literarische Interkulturalität und Mehrsprachigkeit

                                                                                                                                                                    Das am Institut für Deutsch als Fremdsprache mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung etablierte Internationale Forschungszentrum Chamisso (IFC) wurde 2014 offiziell eröffnet. In diesem Zentrum erforschen Lehrende und Studierende gemeinsam Fragen der Gegenwart als Ausdruck einer Epoche vielgestaltiger Globalität.
Methodisch verfeinert und vertieft das IFC das fragende Denken an den Schnittstellen von Geistes- und Sozialwissenschaften, aber auch von Ökonomik, Technikwissenschaft und Bildungsforschung. Sein Interesse gilt einer neuen Grundlegung der Literaturwissenschaft anhand literarischer Werke, die einen Kultur- und Sprachwechsel thematisieren und sich mit der Logik von Machtkämpfen sowie den Chancen und Risiken einer noch weitgehend unbegriffenen Globalität beschäftigen.
Damit Theorie und Praxis wechselseitig füreinander fruchtbar werden, fördert das IFC den gesellschaftlichen Austausch in neuen Formaten. Etabliert wurde im Sommer 2015 die Gesprächsreihe „Schlüsselthemen der Gegenwartsliteratur“, in der Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Literaturkritiker jeweils ein besonderes Thema erörtern. Jährlich lädt das IFC Autorinnen und Autoren an die LMU München zu Poetikdozenturen ein. Durch die das Gesamtkonzept abrundenden schulischen Schreibwerkstätten ist eine Initiative in Gang gekommen, die auch zur Entwicklung einer neuen Literaturdidaktik führt.
Zur Förderung und Vertiefung der interkulturellen Literaturforschung etablierte das IFC ein internationales Netzwerk von Autorinnen und Autoren, Forscherinnen und Forschern sowie Vertreterinnen und Vertretern internationaler Organisationen.

Aktuell

Radiobeitrag über den IFC-Literaturwettbewerb im Bayerischen Rundfunk

Am Sonntag, den 06. Mai 2018, wurde im Rahmen des Interkulturellen Magazins auf BR5 ein äußerst empfehlenswerter Radiobeitrag zum IFC-Literaturwettbewerb ausgestrahlt. Ein ausführlicher Bericht ist hier zu finden.

Möchten Sie sich den zugehörigen Podcast herunterladen, können Sie dies hier tun, indem Sie den Sendungstitel des 6.5. "Frau Europas 2018: Düzen Tekkal im Portrait" (ab Minute 07:40) auswählen.

 

Offizielle Ehrung: IFC-Literaturwettbewerb

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Am vergangenen Freitag, den 19.04., fand im Rahmen der zweitägigen AG BFN-Tagung zum Thema „Integration durch Sprache“ die offizielle Ehrung der Teilnehmer unseres IFC-Literaturwettbewerbs statt. Das Internationale Forschungszentrum Chamisso (IFC) hatte im Juni 2017 den Wettbewerb mit dem Titel „In der deutschen Literatur angekommen?“ deutschlandweit mit Hilfe der Spende einer engagierten Münchner Ärztin ausgeschrieben. Damit sollten einerseits die Talente von jungen Menschen gefördert werden, die oft am Rande der Gesellschaft stehen und dieser Förderung und Anerkennung bedürfen. Gleichzeitig sollte ihnen und der Welt gezeigt werden, wie gut und schnell die deutsche Sprache erlernbar ist, wenn überall der unterstützende Wille vorhanden ist. Schließlich ging es auch um ein alternatives politisches Zeichen in einer gesellschaftlichen Debatte, die oft von sprachlich, moralisch und intellektuell wenig erhellten Beiträgen dominiert wird. Das Ergebnis ist ein fulminantes Geschenk an die deutsche Sprache und ihre Sprecherinnen und Sprecher.
Aus den zahlreichen Beiträgen wurden zunächst drei Bewerberinnen und zwei Bewerber durch eine Jury aus Chamisso-Preisträgern ausgewählt und zu zwei zweitägigen Schreibwerkstätten mit dem preisgekrönten Autor Selim Özdogan nach München eingeladen. Aus diesen Werkstätten entstanden die Texte, die nun ausgezeichnet wurden. Daneben wurde eine Reihe von Themen des literarischen Schreibens, der Literaturgeschichte und des literarischen Schaffens in Theorie und Praxis behandelt.
Nach einführenden Worten von Prof. Hebatallah Fathy und Prof. Jörg Roche lasen die Ausgezeichneten Angella Kattae, Sepideh Mousavi, Leen AL-Tabaa und Khalid Kaddoura aus ihren virtuos geformten Texten und erhielten unter großem Applaus der Versammlung ihre Zertifikate und Preisgeschenke. Ministerialrat Michael Weidenhiller, Leiter des Referats Kulturelle Bildung im Kultusministerium, hob in seiner kurzen Ansprache die Leistung der jungen Autorinnen und des Autors lobend hervor und illustrierte deren Talent an Beispielen aus ihren Texten:


• „Wie die alte Burg Aleppos brannte mein Herz. Wie die letzte Schulklasse in dieser Stadt schlossen sich meine Ohren. Links und rechts schwammen die Gebäude rückwärts. Der steinige Weg wurde weicher, der Himmel näher.“ (Angella Kattae)


„Tauben fliegen schnell wie der Wind und kommen aus allen Richtungen zum Hof der Moschee, um sich wieder zu vereinen. Menschen laufen auch zur Moschee, dann beten alle Tauben und Menschen zusammen zu Gott.“ (Leen AL-Tabaa)


„Vielleicht traue ich mich eines Tages auf ihrer Schaukel zu schaukeln und dann kommen wir beide zur Ruhe. So wie zwei Gewässer durch einen Kanal, zwei Orte durch eine Straße, zwei Stadtteile durch eine Brücke, und zwei Punkte durch eine Linie." (Sepideh Mousavi)


• „Bin ich der Mensch der zwischen den Grenzen vor scharfen Schüssen weggerannt ist. Oder der Mensch der zwischen Sozialamt und Landratsamt seinen Tag verbracht hat. […] Bin ich der, der Zeit hat, um alles richtig zu schreiben oder zu sagen. Während er an die Kinder denkt, die jeden Tag immer noch getötet werden. Oder der, der auf Akkusativ und Dativ gar nicht achtet, Obwohl er alles richtig sagen kann." (Khalid Kaddoura)


Besonders bewundert wurden dabei die ausgefeilte Wortwahl, die Aussagekraft ihrer Bildsprache und natürlich ihre exzellenten Deutschkenntnisse, die sie sich innerhalb von drei oder weniger Jahren hier in Deutschland angeeignet hatten. In anschließenden Gesprächen wurde großes Interesse an einer Verfilmung der Texte und an verschiedenen Publikationsvorhaben, unter anderem in Lehrmaterialien, geäußert.

Der Bayerische Rundfunk berichtet in einem Hörbild innerhalb der Reihe „Interkulturelles Magazin“ am Sonntag den 06.05. um 13 Uhr auf BR 5 über den IFC-Literaturwettbewerb. Dieser Wettbewerb wird als Ideenwettbewerb in einem erweiterten Format 2018 mit dem Titel „Gemeinsam in Deutschland leben“ fortgesetzt.

 

Deutschlandweite Ausschreibung: IFC-Ideenwettbewerb "Gemeinsam in Deutschland leben"

Das Internationale Forschungszentrum Chamisso (IFC) schreibt aktuell den Ideenwettbewerb „Gemeinsam in Deutschland leben“ aus. Der Wettbewerb richtet sich an alle internationalen Gruppen aus Schülerinnen, Schülern der Jahrgangsstufen 9-12, die eine Idee zu besagtem Thema haben, die sie mit ihrer/m Deutsch-, Kunst- oder Musiklehrer/-in umsetzen wollen.
"Toleranz“, „Teilhabe“ und „Verständnis“ sind Begriffe, die in einer Zeit auch im Alltag vermehrter Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Kulturen verwendet werden – besonders in Deutschland im Zusammenhang der Debatte um bessere Integration. Diesbezüglich werden politische Entschlüsse gefasst, Projekte umgesetzt und die Medien berichten darüber. Dennoch haben gerade junge Menschen oft das Gefühl, Politik würde ohne sie stattfinden. Gleichzeitig verfügen Schülerinnen und Schüler über viele Erfahrungen und Wissen über die Bedingungen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens, zumal angesichts kultureller Diversität. Denn sie begegnen häufig jeden Tag anderen jungen Menschen aus anderen Kulturen, mit anderen Muttersprachen und vielfach mit Migrations- und Fluchthintergrund. Dabei artikulieren sie Interesse an der Gestaltung ihrer eigenen Zukunft.
Das Internationale Forschungszentrum Chamisso (IFC) möchte mit der Unterstützung ehemaliger Chamisso-Preisträgerinnen und -Preisträger junge Talente in genannten Jahrgangsstufen begleiten und fördern.
Wie kann ein friedliches, plurikulturelles und pluriethnisches Zusammenleben in Deutschland im ästhetischen Medium dargestellt werden? Möglich sind Theaterstücke, Sketches, Standup-Comedies, Videoclips, Poetryslams, lyrische Texte, Prosatexte und anderes. Besonders begrüßt werden Konzepte, die Formen der Interkulturalität und Mehrsprachigkeit als soziale und kulturelle Bereicherungen kreativ in Szene setzen.
Alle weiteren Details (Zeitplan, Termine, Kontaktadressen) entnehmen Sie bitte dem Flyer.

 

ACHTUNG: Wir verlängern den Bewerbungszeitraum! Der neue Einsendeschlusstermin ist der 30.06.2018.